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Geschichte des pädagogischen Förderprogramms


Die Idee

Viele Eltern erleben gerade an der Schwelle von der Grundschule in die weiterführenden Schulen einen Bruch der Betreuungssituation. Unterrichtsausfall, zeitliche Verschiebung des Schulbeginns und vor allen das oft frühe Schulende erschweren häufig eine zeitliche Disposition und damit Berufstätigkeit beider Elternteile. Die Folge ist, dass Eltern häufig auf private Lösungen zurückgreifen müssen, die aber auf Dauer keine Verlässlichkeit und Verbindlichkeit wie institutionelle Formen sichern können. Das Jugend- und Bürgerzentrum Deutz arbeitet seit Eröffnung mit einem differenzierten und konzeptionell spezialisierten Konzept, was zwingend erscheint, besonders für große Einrichtungen. Genauso wenig wie es die Jugend gibt, kann es heute noch realistisch sein, nach dem alten Prinzip der "Offenheit" zu glauben, alle Kinder und Jugendlichen aus einem bestimmten Einzugsbereich ansprechen und erreichen zu können. Konzeptionelle Differenzierung heißt aber nicht Isolierung im Sinne einer einseitigen Zielgruppenorientierung, sondern bedeutet den konsequenten Ausbau bestimmter Arbeitsbereiche und Ansätze zu wirklich lebenswelt-orientierten Funktionen, die aus Sicht der Kinder und Jugendlichen einen hohen Gebrauchswert besitzen - das ist Qualifizierung. Ganztagsangebote sind nur eine mögliche Form der Differenzierung. Sie trägt der allgemeinen Entwicklung Rechnung, dass Kinder und jüngere Jugendliche seit mehreren Jahren verstärkt die Jugendeinrichtungen besuchen. Viele Einrichtungen haben deshalb schon lange ihr Konzept für Kinder und jüngere Jugendliche qualifiziert. Auf der Grundlage dieser Qualifizierung offener Arbeit haben sich auch die Formen von Ganztagsangeboten entwickelt, z.B. in Form von sogenannten Schulkindergruppen ("Jugendhaus über Mittag"). In diesen Konzepten werden Elemente der traditionellen Hortarbeit mit den Elementen der offenen Jugendarbeit verbunden. 2. Ganztagsangebote für Kinder der Sek. I Durch die Auswirkungen der gesellschaftlichen Veränderungen ergibt sich ein zunehmender Bedarf an ganztägigen Angeboten. Bislang wurde der Bedarf an Ganztagsplätzen für Schulkinder fast ausschließlich unter Versorgungs- und Betreuungsaspekten ermittelt. Der sich aufgrund der unterschiedlichen Lebenssituationen sehr differenziert darstellende Bedarf eines familien- und schulergänzenden Angebotes für 10-14jährige Kinder macht einen weiteren Ausbau an Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsmöglichkeiten erforderlich, der aus einer Vielzahl von Angebotsformen besteht. In den letzten Jahren entstehen deshalb - neben neuen Hortplätzen in verschiedenen Kooperationsformen - in den einzelnen Bundesländern Teilzeit-Betreuungsangebote wie z.B. "Pädagogischer Mittagstisch". Durch eine enge Kooperation von Schule, Jugendhilfe und anderen Institutionen, Verbänden und Vereinen kann den Kindern und Jugendlichen so ein wohnortnahes, altersangemessenes und verlässliches Angebot geschaffen werden, das ihren Entwicklungsbedürfnissen entspricht. Folgende Bedürfnisse stehen - kurz zusammengefasst - heute im Vordergrund: Kinder brauchen:

  • verschiedene erwachsene Ansprechpartner und -partnerinnen neben den Eltern, die sie behutsam begleiten und ihnen als Vorbild zur Verfügung stehen.
  • eine größere Gruppe Gleichaltriger.
    ausreichende Kontaktmöglichkeiten zu selbstgewählten gleichgeschlechtlichen engen Freunden.
  • zunehmend sich erweiternde unterschiedliche Erlebens- und Orientierungsräume.
  • Schutz vor Gefahren und Hilfe im Umgang mit der Konsum- und Medienwelt.
  • Möglichkeiten zur Übernahme von Verantwortung und Mitgestaltung ihres Umfeldes.
  • von Erwachsenen unverplante und unkontrollierte Freiräume.
  • störungsfreie Rückzugsmöglichkeiten.
  • Möglichkeiten zur Pflege eines persönlichen Hobbys.
  • Kontinuität und Verlässlichkeit in ihren familiären und außerfamiliären Beziehungen.

Nach einer intensiven Kooperation mit der Realschule "Im Hasental" in den Jahren 2001 und 2002 wurde das Konzept so verändert, dass die Deutzer Kinder aller Schulsysteme die Möglichkeit bekamen, an diesem Betreuungsangebot teil zu haben. Wichtiger Schritt bei diesem Wechsel war, dass nunmehr für die Familien nicht nur das Komplettangebot mit

  1. Unterrichtsausfall
  2. Mittagessen
  3. Hausaufgabenbetreuung
  4. Freizeitangebote und
  5. Ferienprogramme

zu buchen war, sondern nunmehr jeder einzelne Baustein frei kombinierbar war, so dass das Betreuungssystem individuell auf den Bedarf der einzelnen Familie zugeschnitten werden konnte. Dieses Modell wurde ab dem Schuljahr 2008/2009 in eine enge Kooperation mit dem Gymnasium Schaurtestr. eingebracht und bewährt sich nun im siebten Jahr der Durchführung, wird jedes Jahr den aktuellen Gegebenheiten angepasst und wird durch den umfangreichen Umbau der Schule mit neuer Mensa und eigenen Räumlichkeiten spätestens im Schuljahr 2014/2015 eine weitere Verbesserung erfahren.

 

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